Seneca verkehrt zitiert

Seneca und die Schule

Christlicher Aussteiger

Wer hat nicht schon das Sprichwort gehört: „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“?

Gehen wir dem Ursprung dieses Sprichwortes nach, so machen wir eine interessante Entdeckung. Es geht nämlich auf ein Zitat des altrömischen Philosophen und Pädagogen Seneca zurück. Nur hat Seneca das genaue Gegenteil dessen gesagt, was die angebliche Volksweisheit ihm in den Mund legt! Das Originalzitat lautet nämlich:

„Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“

Seneca drückte damit eine Kritik am seinerzeitigen Schulsystem aus, die heute genauso zutrifft: Die Schulen erfüllen genau den Auftrag nicht, der (gemäss der staatlichen Propaganda) zu ihrer Hauptaufgabe gehörte, nämlich die Schüler auf das Leben vorzubereiten.

Auf Wikipedia fand ich eine deutsche Übersetzung des ganzen Abschnitts, aus dem das Zitat stammt:

„Kinderspiele sind es, die wir da spielen. An überflüssigen Problemen stumpft sich die Schärfe und Feinheit des Denkens ab; derlei Erörterungen helfen uns ja nicht…

Ursprünglichen Post anzeigen 294 weitere Wörter

Das Salz der Erde

Das Salz der Erde

CommonsBlog

Manchmal überrollen einen die Dinge mit unerwarteter Wucht. Ich kenne den Regiseur Wim Wenders seit meiner Schulzeit. Ein engagierter Deutschlehrer hatte uns 1976 ins Programmkino beordert, um dort sein Roadmovie „Im Lauf der Zeit“ zu bewundern. Ich war schon damals ein Fan von Wenders Filmen und fasziniert von seinen fotografischen Qualitäten. Insofern waren meine Erwartungen hochgesteckt. Zusammen mit meiner Tochter (17) habe ich heute seinen aktuellen Film „Das Salz der Erde“ über den Brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado gesehen. Ich bin sprachlos. Ein Film, der selbst wie eine Fotografie wirkt, in dem nur ruhig gesprochen wird und der nur wenig Farbe zeigt. Wie ist es möglich, dass er mich derartig berührt. Wen Sebastião Salgado und Wim Wenders nicht zu Tränen rührt, der muss, wie mir scheint, ein Herz aus Salz haben. Für diesen Film lohnt eine Reise. Wenders sagt, Sadalgo habe ins Herz der Finsternis geblickt. Ich glaube, Saldago hat ins…

Ursprünglichen Post anzeigen 93 weitere Wörter

A.S. Makarenko: Erziehung zu Solidarität und Menschlichkeit

Solidarität und Menschlichkeit

Sascha's Welt

Anton Semjonowitsch Makárenko (1888-1939), der große sowjetische Pädagoge, leitete über viele Jahre in der Sowjetunion ein Kinderheim, um in der damaligen Zeit aus verwahrlosten Kindern wertvolle Persönlichkeiten zu machen. Man kann diese Erziehungsanstalt durchaus als „Gulag“ bezeichnen, wohl wissend, daß darunter in unserer heutigen kapitalistischen Gesellschaft eine Art Straflager verstanden wird, was es nicht war. Im Gegenteil: aus fast allen dieser Kinder wurden später anerkannte Ingenieure, Archiktekten, Ärzte, Lehrer und verdienstvolle Arbeiter. Und Makárenko selbst war bis an sein Lebensende ein geliebter und hochgeachteter Pädagoge; wie im übrigen alle Lehrer in der Sowjetunion ohnehin ein hohes Ansehen genossen. „Ich hatte Gelegenheit“, schrieb Makárenko, „mit vielen Eltern bekannt zu werden, ihnen in diesem oder jenem Falle zu helfen. Unter dem Einfluß meiner Eindrücke und meiner Arbeit entschloß ich mich, das ‚Buch für Eltern‘ zu schreiben.“ Ein Buch, das nicht nur für Eltern, sondern auch für Lehrer, die es ernst meinen mit…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.308 weitere Wörter

20 Jahre Kulturmanagement in Deutschland (Albrecht Göschel)

Kulturmanagement in Deutschland

Taten.Drang.Kultur

Der Soziologe Prof. Dr. Albrecht Göschel resümiert als erster Referent des Ludwigsburger Kongresses Taten.Drang.Kultur über zwanzig Jahre Kulturmanagement in Deutschland. Nach seinem Studium der Architektur und Stadtplanung in Hannover und Berlin sowie der Soziologie und Sozialpolitik in Essex, England, promovierte Prof. Dr. Albrecht Göschel (Jg. 1941) in Soziologie an der Universität Bremen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter arbeitete er von 1987 bis 2006 am Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin.

Ursprünglichen Post anzeigen 77 weitere Wörter

Was die GeschichtenErzähler verschweigen – schreibt Winkler in einem Pranger

Die 300-Jahres-Verschwörung

BildDung für das VOLK

Die 300-Jahres-Verschwörung

Lassen Sie mich Sie gleich zum Anfang beruhigen: Was Sie hier lesen, ist die Fiktion eines Romanautors. Nichts anderes als “Das Sakrileg” oder “Illuminati” oder “Der da Vinci Code”. Es ist nichts weiter als eine hoffentlich unterhaltsame Räuberpistole über ein paar allgemein bekannte Fakten. Es gibt keine Recherchen, keine Beweise, nur diesen Text und das, was in den Geschichtsbüchern steht.

Ein Roman hat eine Prämisse, einen Ausgangspunkt, in früheren Zeiten sogar des öfteren eine Moral. Wählen wir uns eine unschöne Prämisse, also eine mit Bestseller-Qualitäten. Allerdings ist sie nicht neu, sie wurde bereits mehrfach für reißerische Bestseller ausgeschlachtet. Also, unsere Weltgeschichte, die Kriege der letzten Jahrhunderte, die Völkervernichtungen und ethnischen Säuberungen haben alle eine gemeinsame Ursache: bösartige Leute im Hintergrund, die das alles als Verschwörer gesteuert haben.

Aber das wäre noch immer Schnee von gestern. Damit das alles ein wenig spannender wird, sind die Drahtzieher noch immer kräftig…

Ursprünglichen Post anzeigen 362 weitere Wörter